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Julis, Jusos, Grüne Jugend, Hessische Landjugend und Laju Geismar: „Bestürzt über die Verlängerung der Sperrstunde“

Die Julis Frankenberg, die Jusos Frankenberg, die Grüne Jugend Waldeck-Frankenberg, die Hessische Landjugend und die Landjugend Geismar sind sehr überrascht über die Entscheidung von Bürgermeister Rüdiger Heß, das Konzept der Sperrstunde bis 2017 zu verlängern. Hierbei besonders irritierend ist für die Vorsitzenden, Mark Fallenbüchel (Julis), Helena Graß (Landjugend Geismar), Sarah von Hagen (Grüne Jugend), Carolin Hecker (Hessische Landjugend) und Hendrik Klinge (Jusos), dass man dieses aus den „amtlichen Bekanntmachungen“ der Stadt lesen musste.

Die Hessische Landjugend und Laju Geismar erklären hierzu: „Mit Herrn Heß war besprochen, dass es nach der einjährigen Testphase der Sperrstunde zu einem weiteren Treffen von Jugendverbänden und Stadt kommen würde, um sich die Entwicklung der Straftaten anzusehen und dann zu diskutieren, ob eine Verlängerung dieser Maßnahme sinnvoll erscheint.“

 

Die Jugendverbände wünschen sich gemeinschaftlich, dass dieses von Seiten der Stadt nachgeholt wird. An der Petition, die vor einem Jahr von 1404 Bürgerinnen und Bürgern unterschrieben wurde und an der Demo gegen die Sperrstunde, bei der 350 Menschen demonstrierten, kann man sehen, dass dieses ein Thema ist, welches die Bevölkerung interessiert. Daher ist es zwingend notwendig, nach der Testphase mit Zahlen und Erfahrungen nochmal neu zu diskutieren. An diesem Punkt wünschen sich die Jugendverbände, dass es zu einem „runden Tisch“ kommt, an welchem vor allem auch Menschen gehört werden, die unmittelbar von dem Frankenberger Nachtleben betroffen sind. Dazu gehören neben der Jugend auch Taxifahrer und die Betreiber von Tankstellen und Fast-Food-Restaurants.

„Wir verweisen hierbei auf Artikel der Presse, in denen vor etwa einem halben Jahr ein Mitarbeiter einer in unmittelbarer Nähe zu einer Frankenberger Diskothek gelegenen Tankstelle zitiert wurde. Dieser sagte damals, dass es seit der Sperrstundenverlängerung vermehrt zu Schlägereien und Müllansammlungen nachts an der Tankstelle komme“, bemerkt Sarah von Hagen.

„Wir sehen unsere Positionen von vor einem Jahr bestätigt und stehen der Sperrstundenverlängerung auch weiter ablehnend gegenüber“, erläutert Mark Fallenbüchel , „statt den zum größten Teil friedlichen Jugendlichen das Feiern zu verbieten, sollte lieber ein gemeinsames Präventionskonzept erarbeitet werden. Eine Expertengruppe aus Jugendverbänden, Polizei, Ordnungsamt und Betreibern sollte sich mit der Erarbeitung eines solchen Konzeptes auf Einladung des Bürgermeisters befassen.“

Den Jugendverbänden geht es vorrangig darum, den Bürgermeister zur Einlösung seines Versprechens nach einem Treffen mit den Verbänden aufzufordern und dabei Zahlen über die Straftatenentwicklung offenzulegen. „Zielführend wäre es, die Zahlen der Straftaten von 2012 im Zeitraum von 22 bis 6 Uhr mit denen von 2013 für denselben Zeitraum zu vergleichen. Es kann durchaus sein, dass die Straftaten zwischen 3 und 6 Uhr abgenommen haben“, erklärt Hendrik Klinge, „allerdings gehen wir davon aus, dass die Straftaten der gesamten Nacht keinesfalls weniger geworden sind, sondern nun einfach früher geschehen.“